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Redaktion YuSMP Group Redaktionsteam, YuSMP Group
Isometrische Illustration: ein leuchtender Baum aus Code-Commits, an dem kleine Roboter-Agenten Bausteine ergänzen, daneben ein Panel mit grünen und gelben Score-Anzeigen und eine Person, die aus der Distanz zusieht

Kurzfassung

Das Unternehmen des früheren GitHub-Chefs wettet darauf, dass der Pull Request KI-Coding-Agenten nicht überlebt. In der neuen Forge von Entire bewerten Agenten jeden Push anhand teamdefinierter Prüfungen, sodass Menschen Ergebnisse freigeben, statt jede Zeile zu lesen. Wenn Ihre CI/CD- und Delivery-Pipeline schon heute mit KI-generierten Änderungen kämpft, lautet die eigentliche Lehre: Halten Sie Ihre Review-Regeln als automatisierte Evaluierungen fest – egal, auf welcher Plattform.

Was hat Entire vorgestellt?

Entire bezeichnet das Produkt als Git-Forge: ein Ort, um Code zu hosten, Änderungen zu reviewen und Builds laufen zu lassen – gebaut für Teams, in denen Agenten den Großteil des Codes schreiben. Es besteht aus drei Teilen. Trails ersetzt den Pull Request. Distributed Git Hosting ist ein Git-kompatibler Server mit privaten Repositories in vier Regionen. Continuous Memory synchronisiert die Sitzungen von Coding-Agenten ins Repository, damit spätere Agenten nachschlagen können, was frühere getan haben und warum.

Builds laufen über Integrationen mit Buildkite und Depot statt über ein eigenes CI-System. Zwei Bausteine der Memory-Schicht hat Entire als Open Source veröffentlicht: einen Codebase-Graphen und ein „agentisches Gehirn“, das frühere Sitzungen und Prompts in abfragbares Wissen verwandelt. Self-Hosting, öffentliche Repositories und weitere Partner-Integrationen sollen später folgen. Preise nannte die Ankündigung nicht.

Wie ersetzen Trails den Pull Request?

Beim klassischen Pull Request liest ein Reviewer den Diff Zeile für Zeile. Bei Trails definiert ein Team Evaluierungen, etwa Sicherheitsregeln, Testabdeckung, API-Kompatibilität oder Stilvorgaben. Bei jedem Push führen Review-Agenten diese Prüfungen aus und melden Scores und Befunde an ein Dashboard. Coding-Agenten arbeiten die Befunde in einer Schleife ab, und der Entwickler verfolgt, wie sich die Scores verändern. Das Merge-Gate öffnet sich erst, wenn die Evaluierungen grün sind, die erforderlichen Personen freigegeben haben und die CI durchläuft.

Das Versprechen ist Tempo: Dohmke argumentiert, dass Agenten inzwischen fast den gesamten Code schreiben – schneller und in größeren Änderungen, als Menschen lesen können. Das Risiko ist ebenso klar. Eine Evaluierung findet nur, woran beim Messen jemand gedacht hat, und ein Dashboard voller grüner Anzeigen kann einen Designfehler verdecken, den ein menschlicher Leser bemerkt hätte.

Warum bauen KI-Coding-Tools die Versionsverwaltung neu?

Das Volumen sprengt alte Arbeitsabläufe. Anthropic berichtete im Oktober, dass die Merges in sein Haupt-Repository von rund 2.500 pro Tag im Mai auf mehr als 30.000 pro Tag im September gestiegen sind, und hat dieses Monorepo von Git auf ein eigenes System umgezogen. Cursor startete im August mit Origin einen eigenen Hosting-Dienst. Entire positioniert sich gegen beide und gegen GitHub und verweist auf die Auswertung eines Incident-Monitoring-Dienstes, die in den zwölf Monaten bis April 2026 insgesamt 257 GitHub-Störungen zählte.

Das Timing ist kein Zufall: GitHub eröffnet am 28. Oktober in San Francisco seine Konferenz Universe, deren Hauptthema agentengetriebene Entwicklung ist. Für Käufer bedeutet der Wettbewerb schnellere Verbesserungen bei Review-Werkzeugen auf allen Plattformen, nicht nur bei den Neulingen.

Was das für Softwareteams im DACH-Raum bedeutet

Die praktische Verschiebung: Geprüft wird künftig Evidenz statt Code. Teams, die bereits KI-Coding-Agenten einsetzen, sollten damit rechnen, dass die Review-Zeit und nicht die Tippzeit über die Liefergeschwindigkeit entscheidet. Wertvoll wird damit, was auf jeder Plattform funktioniert: schriftliche Akzeptanzkriterien, automatisierte Sicherheits- und Abhängigkeitsprüfungen, Contract-Tests für APIs und klare Regeln, welche Änderungen immer eine erfahrene Person freigeben muss.

In regulierten Umgebungen gehört ein Audit-Trail dazu. Beruht eine Merge-Entscheidung auf Agenten-Scores, dokumentieren Sie, welche Evaluierungen liefen, welches Modell sie erzeugt hat und wer das Ergebnis freigegeben hat.

Wie sollten Teams eine agentenorientierte Forge prüfen?

  1. Mit einem Dienst starten. Ein unkritisches Repository spiegeln und den bisherigen Hoster als führendes System behalten.
  2. Zuerst die Evaluierungen schreiben. Die Review-Checkliste in automatisierte Prüfungen übersetzen – sie funktionieren auch auf GitHub und GitLab.
  3. Menschen auf Hochrisiko-Pfaden behalten. Für Authentifizierung, Zahlungen, Datenmigrationen und Infrastrukturcode benannte Freigebende vorschreiben.
  4. Herstellerangaben testen. Push-Zeiten, CI-Dauer und Token-Verbrauch der Agenten an der eigenen Codebasis messen.
  5. Datenverarbeitung prüfen. Region, Aufbewahrung und Zugriffsrechte für gespeicherte Agenten-Sitzungen klären, bevor sie aktiviert werden.
  6. Den Ausstieg planen. Sicherstellen, dass Repositories, Historie und Review-Protokolle im Standard-Git-Format exportierbar sind.

Häufig gestellte Fragen

Was hat Entire am 26. Oktober 2026 vorgestellt?

Entire, das Start-up des früheren GitHub-CEO Thomas Dohmke, hat eine Git-Forge gestartet – einen Dienst zum Hosten von Code, Reviewen von Änderungen und Ausführen von Builds. Sie kombiniert Trails, einen agentenbewerteten Review-Ablauf anstelle des Pull Requests, verteiltes Git-Hosting mit privaten Repositories in den USA, der EU, Indien und Australien sowie Continuous Memory, das Sitzungen von Coding-Agenten im Repository speichert.

Worin unterscheiden sich Trails von Pull Requests?

Statt dass eine Person jede geänderte Zeile liest, führen Review-Agenten bei jedem Push eigene Evaluierungen aus und liefern Scores und Befunde. Coding-Agenten beheben die Befunde in einer Schleife, und das Merge-Gate wartet auf grüne Scores, menschliche Freigaben und bestandene CI. Den Merge geben weiterhin Menschen frei; sie prüfen die Scores und die riskanten Stellen statt des gesamten Diffs.

Sind die Geschwindigkeits- und Token-Angaben von Entire geprüft?

Nicht unabhängig. Entire gibt an, dass Pushes bis zu 89-mal schneller sind als bei GitHub und sechsmal schneller als bei Cursor Origin und dass der Codebase-Graph den Token-Verbrauch der Agenten um bis zu 71 % senkt. Das sind Benchmarks des Unternehmens. Teams sollten sie mit eigenen Repositories, eigener CI und eigenen Agenten testen, bevor sie sich darauf verlassen.

Sollten wir unsere Repositories jetzt von GitHub abziehen?

Für die meisten Teams noch nicht. Entire ist erst wenige Tage alt, Self-Hosting und öffentliche Repositories stehen noch auf der Roadmap, und Preise wurden zum Start nicht genannt. Ein risikoarmer Weg: einen internen Dienst pilotieren, GitHub als führendes System behalten und die Evaluierungen und Merge-Regeln festlegen, die Sie auf jeder Plattform haben möchten.

Quellen

Entire — Entire launches an independent Git forge for agent-human collaboration (primary source, October 26, 2026)
GeekWire — Former GitHub CEO launches rival platform built for AI coding agents (October 2026)
The New Stack — Ex-GitHub CEO launches a GitHub rival that reinvents the pull request
Tech Times — GitHub had 257 incidents in 12 months: Entire ships distributed forge for AI agents (October 27, 2026)
TechCrunch — Former GitHub CEO raises record $60M dev tool seed round at $300M valuation (February 10, 2026)
InfoQ — How Anthropic redesigned source control for AI-driven development (October 2026)